Das Kieler Mikrobiom Zentrum (KMC) freut sich, den erfolgreichen Abschluss seiner ersten Veranstaltungsreihe bekannt zu geben, die vom 23. bis 26. September 2024 stattfand. Diese aufregende und interdisziplinäre Reihe umfasste die offizielle Eröffnung des KMC, eine eintägige Konferenz zu Mikrobiomwissenschaft und Ethik sowie einen spezialisierten Workshop zu Mikrobiom-Bioinformatik. Die Veranstaltungen brachten renommierte Wissenschaftler, Vordenker und internationale Forscher zusammen, um die neuesten Entwicklungen in der Mikrobiomforschung und deren ethische Implikationen zu diskutieren.
23. September: KMC Eröffnungsveranstaltung
Die Eröffnungsveranstaltung des Kieler Mikrobiom Zentrums (KMC) markierte den Beginn eines neuen Kapitels in der Mikrobiomforschung an der Universität Kiel. Das KMC ist ein fakultätsübergreifendes Zentrum, das geschaffen wurde, um interdisziplinäre Zusammenarbeit und Innovation in der Mikrobiomwissenschaft zu fördern. Diese Veranstaltung beinhaltete eine Reihe von Präsentationen führender Wissenschaftler der Universität Kiel und darüber hinaus, die verschiedene Aspekte der Mikrobiomforschung und die Zukunftsvision des KMC vorstellten.

Wichtige Präsentationen:
- Thomas Bosch (Universität Kiel) sprach darüber, wie sich die Mikrobiomforschung an der Universität Kiel entwickelt hat.
- Eric Alm (Massachusetts Institute of Technology, USA) teilte Einblicke in seine Arbeit als Direktor des Centers for Microbiome Informatics and Therapeutics zur Unterstützung der Forschung zu entzündlichen Darmerkrankungen.
- Mathilde Poyet (Universität Kiel) erläuterte ihre Vision für das KMC und dessen führende Initiative, die Global Microbiome Conservancy.
- Forscher der Universität Kiel, Hinrich Schulenburg, Christina Hölzel, Corinna Bang und John Baines, präsentierten Themen von C. elegans-Mikrobiom-Interaktionen bis hin zu menschlichen Mikrobiomen bei chronischen Erkrankungen.
Nach den Präsentationen konnten die Teilnehmer bei einem Networking-Empfang neue Kontakte knüpfen und die Zusammenarbeit weiter stärken.
24. September: Mikrobiomwissenschaft und Ethik Konferenz
Diese Konferenz brachte Experten zusammen, um die Schnittstelle zwischen Mikrobiomwissenschaft und Ethik zu erörtern. Redner von MIT (Eric Alm), der Universität Chicago (Ran Blekhman), der Stellenbosch Universität (Thulani Makalanyane), der Universität Lausanne (Pascale Vonaesch)und DSMZ (Amber Scholz) sprachen über die Bedeutung von Inklusivität, dem Aufbau lokaler Forschungskapazitäten und einer gerechten Vorteilsverteilung in der Mikrobiomforschung.
Im Laufe des Tages betonten die Referenten die Notwendigkeit, unterrepräsentierte Bevölkerungsgruppen, insbesondere aus Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen (LMICs), in die Forschung einzubeziehen, um die globale Relevanz der Ergebnisse zu verbessern und Gerechtigkeit zu fördern. Es wurden kontextspezifische Forschungsagenda und innovative, ethische Zustimmungsverfahren hervorgehoben, um Vertrauen und nachhaltige Partnerschaften mit lokalen Gemeinschaften aufzubauen. Die Konferenz unterstrich die Bedeutung des Aufbaus von Infrastruktur und der Stärkung lokaler Wissenschaftler in LMICs durch gerechte Zusammenarbeit und den Zugang zu Ressourcen. Darüber hinaus wurden Herausforderungen bei der Ausrichtung der Mikrobiomforschung an internationalen Rahmenbedingungen wie dem Nagoya-Protokoll diskutiert, wobei transparente Modelle für die Vorteilsverteilung und gerechte Open-Data-Praktiken befürwortet wurden, um Ausbeutung zu verhindern und eine faire Zuschreibung wissenschaftlicher Beiträge zu gewährleisten.






Gäste aus 17 Ländern und Highlight Vorträge
Wir hatten das Vergnügen, Wissenschaftler und Forscher aus 17 verschiedenen Ländern zu begrüßen, die Teil des Global Microbiome Conservancy (GMbC) Konsortiums sind. Diese internationalen Partner teilten ihre Arbeiten zur Mikrobiomforschung und deren Anwendungen in ihren jeweiligen Ländern durch Höhepunktvorträge während der Konferenz. Walter Sandoval aus Paraguay, Aida Badiane aus Senegal, Prajwol Manandhar aus Nepal, Nurul Jamaluddin aus Malaysia und Ana Binetti sowie Gabriel Vinderola aus Argentinien lieferten wertvolle Perspektiven, wie Mikrobiomwissenschaft zur Lösung lokaler Herausforderungen weltweit eingesetzt wird.
Das Kiel Microbiome Center bleibt der Förderung einer ethischen und gerechten Mikrobiomforschung verpflichtet. Wir hoffen, dass diese Konferenz und ihre Diskussionen zu weiteren Reflexionen und Kooperationen anregen werden, während wir weiterhin unseren globalen Ansatz zur Mikrobiomforschung verfeinern, insbesondere durch unser Hauptprojekt, die Global Microbiome Conservancy.
25.-26. September: Mikrobiom Bioinformatik Workshop
Der Bioinformatik-Workshop, der über zwei Tage stattfand, konzentrierte sich auf die Schulung von Forschern in der Analyse und Visualisierung von Mikrobiomdaten. Der Workshop war sowohl für Anfänger als auch für erfahrene Bioinformatiker zugänglich und beinhaltete praktische Sitzungen mit realen Daten.

- Workshop-Überblick:
- Datenanalyse und Visualisierung: Die TeilnehmerInnen lernten, 16S-Amplicon-Sequenzdaten mit bioinformatischen Tools zu verarbeiten, integrative statistische Analysen durchzuführen und Datenvisualisierungen zu erstellen.
- Praktische Anwendung: Die TeilnehmerInnen arbeiteten mit unveröffentlichten Mikrobiomdaten aus der Global Microbiome Conservancy Kohorte, was eine einzigartige Gelegenheit bot, zu laufenden Forschungsprojekten beizutragen.
- Dozenten: Der Workshop wurde von Experten der Universität Kiel, darunter Olga Brovkina, Emmanuel Quaye, Ana Schaan und Eike Wacker, geleitet.
Wichtige Erkenntnisse und Ausblick
Die erste Veranstaltungsreihe des Kieler Mikrobiom Zentrums hob die Bedeutung von Zusammenarbeit, ethischen Überlegungen und dem Ausbau lokaler Forschungskapazitäten hervor, um die Mikrobiomforschung global voranzutreiben.
Aufbauend auf dem Flagschiffprojekt, der Global Microbiome Conservancy, freut sich das Kieler Mikrobiom Zentrum darauf, das Wachstum der Mikrobiomforschung zu unterstützen, lokale Kapazitäten zu stärken und innovative Lösungen für die ethischen Herausforderungen des Feldes zu erforschen.
Kontakt:
Mathilde Poyet (Institut für Experimentelle Medizin, CAU Kiel) – m.poyet@iem.uni-kiel.de
Mathieu Groussin (Institut für Klinische Molekularbiology, CAU Kiel) – m.groussin@ikmb.uni-kiel.de
Explore the GMbC website: Global Microbiome Conservancy
Co-founders & Scientific Directors, Global Microbiome Conservancy
www.microbiomeconservancy.org
microbiomeconservancy@gmail.com
Author: Christian Urban
Folgen Sie diesem Link für den vollen Artikel





